Bohnen, Linsen, Kichererbsen und Erbsen: Ballaststoffe, Isoflavone und resistente Stärke zum Schutz vor Tumorzellen
Über Jahrhunderte galten sie als Essen der Armen, später wurden sie zugunsten einer hyperproteinhaltigen Ernährung auf tierischer Basis vergessen. Heute stehen Hülsenfrüchte wieder im Mittelpunkt, und diesmal mit voller Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung. Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Ackerbohnen und Soja gehören zu den am intensivsten untersuchten Lebensmitteln im Hinblick auf ihr präventives Potenzial. Der WCRF nimmt sie in seinen Empfehlungen ausdrücklich unter die Lebensmittel auf, die täglich verzehrt werden sollten.
Hülsenfrüchte sind, wie wir wissen, reich an Ballaststoffen, sowohl löslichen als auch unlöslichen, aber auch an pflanzlichen Proteinen, die in Kombination mit Getreide vollständig werden, an resistenter Stärke, Folaten, Nicht-Häm-Eisen, Zink und Polyphenolen. Die resistente Stärke entgeht insbesondere der Verdauung im Dünndarm und gelangt in den Dickdarm, wo sie fermentiert und Butyrat bildet, eine kurzkettige Fettsäure mit nachgewiesenen antitumoralen Eigenschaften auf Dickdarmzellen.
Die krebshemmenden positiven Wirkungen von Bohnen, Linsen und Co.
Eine amerikanische Metaanalyse untersuchte 14 prospektive Studien und kam zu dem Schluss, dass ein hoher Verzehr von Hülsenfrüchten mit einer Verringerung des Risikos für Darmkrebs um 9 bis 18 % verbunden ist. Der Mechanismus ist multifaktoriell: Die Ballaststoffe würden die Darmpassagezeit und damit die Konzentration von Karzinogenen im Darmlumen verringern, Butyrat würde die Apoptose von Krebszellen des Dickdarms fördern, während Folate sich als wesentlich für die korrekte Synthese und Reparatur der DNA erweisen würden. Bei Soja haben sich die Forschungen insbesondere auf die „Isoflavone“ konzentriert, Verbindungen mit „phytoöstrogener“ Aktivität, die in der Lage sind, die hormonelle Reaktion bei hormonabhängigen Tumoren zu modulieren.

Welche Wirkungen hat Soja?
In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, auf die Rolle einzugehen, die Soja für Patientinnen mit hormonpositivem Brustkrebs (ER+) spielen könnte. Jahrelang wurde nämlich befürchtet, dass die Isoflavone der Soja, indem sie Östrogene schwach nachahmen, das Tumorwachstum anregen könnten. Neuere epidemiologische Studien, insbesondere solche, die an asiatischen Bevölkerungen mit hohem Sojakonsum seit der Kindheit durchgeführt wurden, würden hingegen darauf hindeuten, dass ein moderater Verzehr von Sojalebensmitteln, beispielsweise in Form von Tofu, Edamame, Tempeh oder Miso, nicht nur das Risiko nicht erhöhen würde, sondern sogar schützende Wirkungen haben könnte. Davon abgesehen sollten, sofern keine ärztliche Empfehlung vorliegt, konzentrierte Isoflavon-Nahrungsergänzungsmittel vermieden werden. Der Rat lautet, wie immer, dies mit Ihrer Onkologin oder Ihrem Onkologen zu besprechen.
Hülsenfrüchte und onkologische Therapien
Hülsenfrüchte sind während der Therapie sehr gut verträgliche Lebensmittel. Besonders geschälte rote Linsen sind auch bei Patientinnen und Patienten mit gereiztem Magen-Darm-Trakt leicht verdaulich. Hülsenfrüchte aus der Dose, abgetropft und abgespült, stellen hingegen an Tagen mit starker Müdigkeit eine praktische Alternative dar. Die Kombination mit Vitamin C, das in Zitronen, Tomaten und Paprika enthalten ist, erhöht außerdem die Aufnahme von „Nicht-Häm-Eisen“, einer besonderen Form von anorganischem Eisen, das sich bei chemotherapiebedingter Anämie als nützlich erweist.
EINFACHE REZEPTE MIT LINSEN WÄHREND DER THERAPIEN
Suppe aus roten Linsen und Karotten mit Zitrone
Zutaten (4 Personen):
300g di lenticchie rosse decorticate, 3 carote, 1 cipolla, 2 spicchi d’aglio, 1 litro di brodo vegetale, succo di 1 limone, 2 cucchiai di olio extravergine d’oliva, cumino, coriandolo, curcuma, sale, pepe, yogurt naturale per servire (facoltativo).
Zubereitung::
Zwiebel und Knoblauch im Öl sanft anbraten. Die in Scheiben geschnittenen Karotten und die Gewürze hinzufügen und 2 Minuten ziehen lassen. Die abgespülten Linsen und die Brühe dazugeben. Zum Kochen bringen und 20 Minuten bei niedriger Hitze garen. Nach Belieben pürieren, teilweise oder vollständig. Vor dem Servieren den Zitronensaft hinzufügen. Ein Schuss Naturjoghurt beim Servieren liefert zusätzliche Proteine und Probiotika, die für das Darmmikrobiom nützlich sind. Diese Suppe ist leicht, verdaulich, reich an Eisen und Ballaststoffen und besonders geeignet während der Therapiewochen.
Disclaimer
Nessun alimento ha proprietà terapeutiche. Le informazioni contenute in questo articolo hanno finalità divulgative e non sostituiscono il parere medico. In caso di patologia oncologica, ogni modifica dell’alimentazione deve essere concordata con il proprio oncologo o dietista.
👉 La LILT offre consulenze nutrizionali dedicate ai pazienti oncologici, per aiutarti a:
- Nebenwirkungen zu bewältigen
- Energie, Muskelmasse und Gewicht während der onkologischen Therapien zu erhalten
- costruire un’alimentazione sostenibile e personalizzata
📞 Puoi contattarci telefonicamente 0471 402000 o via email angelica.liltbolzano@gmail.com kontaktieren, um Informationen zu erhalten oder eine Beratung mit unserer onkologischen Ernährungsfachkraft zu vereinbaren.
Dr.in A. Sagrawa
Dietista dell’ambulatorio di nutrizione oncologica della LILT Bolzano
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.