Kein Lebensmittel wirkt Wunder, aber eine abwechslungsreiche Ernährung und ein gesunder Lebensstil können den Unterschied machen
Diesen Monat rufen wir eine neue, von Dr. Angelica Sagrawa, Ernährungsberaterin sowie langjährige Freundin und Beraterin der LILT betreute Rubrik ins Leben. Gemeinsam mit ihr werden wir jeden Monat ein paar gesunde Rezepte veröffentlichen. Einleitend jedoch eine wichtige Klarstellung zum Thema.
Es gibt keine „Anti-Krebs-Lebensmittel“: Das sollten wir von Anfang an in aller Deutlichkeit festhalten, um gefährliche Missverständnisse zu vermeiden. Auch wenn die Wissenschaft hier kategorisch ist, steht ebenso fest, dass ein gesunder Lebensstil das Krebsrisiko senken kann. Was zählt, ist das Gesamtpaket: eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung, ein normales Körpergewicht, regelmäßige körperliche Aktivität und Verzicht auf Tabakkonsum. Laut der WHO (Weltgesundheitsorganisation) könnten durch die Kombination dieser Faktoren bis zu 40 % aller Krebserkrankungen vermieden werden. Es ist daher zwecklos, das „Wunder“ im Brokkoli oder in Unmengen von Granatapfel-Smoothies zu suchen, aber nachdem einige Studien belegen, dass etwa 3 von 10 Krebserkrankungen unter anderem auf schlechte Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen sind, erweist sich der Esstisch als Verbündeter, den man nicht unterschätzen sollte. Krebs ist eine komplexe Erkrankung, die von Faktoren wie Genetik, Umwelt und Zufall beeinflusst wird, die weit über unsere Ernährung hinausgehen. Eine gesunde Ernährung garantiert keineswegs die Immunität, aber ein bewusster Blick auf den Teller kann sicherlich helfen.
Perché la scienza boccia i “supercibi”
Lebensmittel bestehen aus hunderten verschiedenen Substanzen. Die wirklich nützliche Komponente kann eine einzelne sein oder eine Kombination, die nur in diesem spezifischen Produkt vorkommt und vielleicht auch nur dann, wenn es auf eine bestimmte Weise zubereitet wird. Außerdem kann der Begriff „Portion“ oft täuschen, da er zu Verwirrung führt und manche Studien aufgrund methodischer Grenzen zusätzlich relativiert. Ein weiteres Problem betrifft die Nahrungsergänzungsmittel: Die Einnahme von Kapseln mit isolierten Substanzen (wie Beta-Carotin oder Sulforaphan) hat nicht die gleiche Wirkung wie die Einnahme von Lebensmitteln, die diese Stoffe enthalten. Der Organismus reagiert auf eine ganze Tomate anders als auf eine Lycopin-Pille. Es gibt keine Beweise dafür, dass Nahrungsergänzungsmittel die Krebsinzidenz senken und nur der Hausarzt sollte entscheiden, ob eine Supplementierung sinnvoll ist. Vielversprechende Botschaften oder kommunikative Übertreibungen sollten kritisch hinterfragt werden, da sie nicht nur falsche Hoffnungen wecken, sondern sogar zu unausgewogenen Ernährungsweisen führen können, und das gerade in einer Phase, in der der Körper auf eine möglichst ausgewogene und hochwertige Ernährung angewiesen ist. Kurz gesagt: Wir sollten nicht der Illusion von wunderbaren Nahrungsmitteln oder Getränken verfallen, sondern dem, was wir zu uns nehmen, die richtige Beachtung schenken, vor allem im Hinblick auf die Prävention.
Tumori più sensibili all’alimentazione? Ci sono.
Nicht alle Krebsarten werden gleichermaßen durch die Ernährung beeinflusst. Am stärksten betroffen sind jedoch die Organe des Verdauungstraktes: Mundhöhle (besonders bei häufigem Alkoholkonsum), Speiseröhre, Magen, Dick- und Enddarm, Leber, Gallenblase, Gallenwege und Bauchspeicheldrüse. Schätzungen zufolge könnten mehr als 7 von 10 Fällen dieser Krebsarten durch eine bessere Ernährung sogar vermieden werden. Doch die Wirkung der Nahrung ist noch weitreichender: Die Art der Ernährung beeinflusst chronische Entzündungen und das Hormongleichgewicht, was wiederum die Entstehung von Prostatakrebs beim Mann sowie Brust-, Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs bei der Frau fördern oder behindern kann. Mehr noch: Fettleibigkeit und Übergewicht als Folgen einer unausgewogenen Ernährung und mangelnder Bewegung werden mit 13 verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht, darunter zwei der häufigsten: Brust- und Darmkrebs. Laut der IARC (International Agency for Research on Cancer) könnte Übergewicht bei einigen weit verbreiteten Krebsarten für 25–30 % der Fälle verantwortlich sein. Eine aktuelle niederländische Studie schätzt zudem, dass die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an Darmkrebs in Europa erheblich sinken würde, wenn Fettleibigkeit und Übergewicht verschwinden würden. Auch wenn weitere Daten und Auswertungen noch ausstehen, so gibt dies doch bereits sehr zu denken.
Empfehlungen, die wirklich funktionieren
Anstatt nach dem „magischen“ Lebensmittel zu suchen, empfehlen Experten ein ganzheitliches Ernährungsmuster. Die Mittelmeer-Diät bzw. eine Ernährung mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln ist das ideale Modell zur Krebsprävention. Je früher man damit beginnt, desto effektiver ist sie, auch wenn es nie zu spät für eine Umstellung ist. Die Empfehlungen sind klar: täglich Obst und Gemüse verzehren, Vollkorngetreide anstelle von raffiniertem Getreide bevorzugen, rotes und verarbeitetes Fleisch reduzieren (oder zumindest auf die Qualität achten, nachdem die zur Konservierung von Wurstwaren verwendeten Nitrite und Nitrate das Auftreten von Darm- und Magenkrebs begünstigen), vermehrt Hülsenfrüchte als Proteinquelle nutzen, auf zuckerhaltige Getränke verzichten und den Alkoholkonsum minimieren. All das kann den Unterschied machen. Das ist keine Zauberei, sondern Wissenschaft: Ein gesunder Lebensstil, der Tag für Tag und Mahlzeit für Mahlzeit eingehalten wird, hilft bei der Vorsorge.
Diese Rubrik verspricht sicherlich keine Wunder, macht es sich aber zum Vorsatz, jeden Monat über die Vorteile von gutem, bewusst zubereitetem und verzehrtem Essen zu sprechen. Also dann, bis bald mit dem nächsten Artikel mit verschiedenen Informationen und Rezepten. Willkommen in dieser Rubrik, die uns allen gewidmet ist.
Angelica Sagrawa